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Was ist Pardus

Pardus ist eine freie Linux-Distribution, welche im Jahr 2003 vom Nationalen Forschungsinstitut für Elektronik und Kryptologie (UEKAE) der Türkei ins Leben gerufen wurde. Ziel des Pardus Projekts ist die Entwicklung eines benutzerfreundlichen Betriebsystems mit einfacher Installation und aufeinander abgestimmter Software, welche neben zahlreichen anderen insbesondere auch die türkische Sprache unterstützt.

Der Projektname leitet sich aus der wissenschaftlichen Bezeichnung des anatolischen Leopards ab.

Stimmen zu Pardus

Presseschau

Technische Merkmale

Pardus ist eine von Grund auf neu entwickelte Linux-Distribution, d.h. das System basiert nicht auf einer anderen (großen) Distribution wie z.B. Debian, Ubuntu, openSUSE oder Fedora. Dementsprechend verfügt Pardus über zahlreiche Eigenentwicklungen, die sowohl den Kern als auch die Benutzeroberfläche des Systems betreffen, und dabei Benutzerfreundlichkeit, Hardware-Kompatibilität, Stabilität und Sicherheit in den Mittelpunkt stellen.

Sämtliche Eigententwicklungen in Pardus sind in Python geschrieben und verwenden die PyQt- bzw. PyKDE-Bindings.

YALI

YALI (Yet Another Linux Installer) führt den Benutzer mittels graphischer Oberfläche einfach und schnell durch die Installation und nimmt die Basiskonfiguration der Pakete vor.

MUDUR

MUDUR ist die Bezeichnung für das eigene Init-System in Pardus, welches die Root-Partition mountet, Module lädt und die eigentlichen Dienste initialisiert.

COMAR

COMAR (COnfiguration MAnageR) regelt als zentrale Einheit die Konfiguration des Systems und stellt gewissermaßen die Infrastruktur für die Technologien in Pardus bereit. Technisch gesehen ist COMAR ein Daemon mit einer leistungsstarken und erweiterbaren Python API. COMAR kennt die Funktionalitäten und Anforderungen der einzelnen Anwendungen und steuert als Schnittstelle via DBus das reibungslose Zusammenspiel der installierten Software. COMAR übernimmt dabei u.a. die Verwaltung und Konfiguration von Benutzern, Paketen und Diensten sowie des Netzwerks, der Anzeige, der Firewall und des Bootloaders.

PiSi

PiSi (Packages Installed Successfully as Intended) ist das komplett neue Paketverwaltungs-Werkzeug in Pardus. Einige seiner hervorstechenden Eigenschaften sind:

  • klein und effizient
  • Paketquellen in XML und Python geschrieben
  • verwendet LZMA zur Kompression
  • auf XML-Dateien basierende Datenbank
  • umfangreiche CLI
  • sehr einfache Paketerstellung

Manager Familie

Pardus verwendet kein eigenes, separates Kontrollzentrum wie viele andere Distributionen, sondern hat zur besseren Übersicht alle Verwaltungswerkzeuge in die KDE Systemeinstellungen integriert. Folgende Manager stehen zur Verfügung:

Paket Manager

Der Paket Manager stellt eine einfache graphische Oberfläche (GUI) für PiSi bereit. Er bietet die Möglichkeit stichwortartig nach Programmen zu suchen, hilft bei der Installation sowie Deinstallation von Paketen und vereinfacht die Verwaltung von Paket-Depots (syn: repository).

Netzwerk Manager

Mit Hilfe des Netzwerk Managers können komfortabel Ethernet- und drahtlose Netzwerke eingerichtet und verwaltet werden. Außerdem steht ein Plasmoid zur Verfügung, das ein schnelles Umschalten zwischen mehreren Verbindungen ermöglicht.

Anzeige Manager

Der Anzeige Manager ermöglicht die Einstellung des Grafiktreibers sowie die Konfiguration eines oder mehrerer Ausgabegeräte.

Boot Manager

Über den Boot Manager lassen sich die Einstellungen des Bootmenüs (GRUB) ändern und nicht mehr verwendete Kernel deinstallieren.

Dienste Manager

Mittels des Dienste-Managers können Dienste (z.B. Samba, CUPS, DHCP) via einer einfachen GUI gestartet und gestoppt werden. Wie beim Paket Manager stellt Pardus auch hier ein Plasmoid zum schnelleren Zugriff bereit.

Benutzer Manager

Beim Verwalten der Benutzer des Systems hilft der Benutzer Manager.

Festplatten Manager

Mit Hilfe des Disk Managers können die Festplatten bzw. Partitionen verwaltet und verschiedene Mount-Optionen festgelegt werden.

Firewall Manager

Pardus bietet eine eigene, einfach zu konfigurierende Firewall an.

KAPTAN

Beim ersten Start von Pardus wird der Benutzer von KAPTAN begrüßt. Kaptan bietet die Möglichkeit verschiedene Grundeinstellungen vorzunehmen.

Pardusman

Mit Hilfe von Pardusman können eigenen Distributionsmedien (CD, DVD, USB) hergestellt werden.

Versionsgeschichte

Version
Codename
Veröffentlichung
Unterstützung bis
Anmerkung
1.0
26. Dezember 2005
2007
18. Dezember 2006
2007.1
Felis chaus
16. März 2007
2007.2
Caracal caracal
11. Juli 2007
2007.3
Lynx lynx
19. November 2007
März 2009
2008
27. Juni 2008
2008.1
Hyaena hyaena
15. September 2008
2008.2
Canis aureus
30. Januar 2009
2009
17. Juli 2009
KDE 4 als Standard

64 Bit Version

Seit Herbst 2009 arbeitet eine Gruppe von etwa zehn wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten der Fakultät für Informatik an der Çanakkale Onsekiz Mart Universität (COMU) an einer 64 Bit Version von Pardus Linux.

Der Zeitplan bis zur Veröffentlichung schaut wie folgt aus:

rootfs: 23.November 2009
Alpha:  01.Februar 2010
Beta:   22.Februar 2010
RC1:    08.März 2010
RC2:    15.März 2010
Final:  01.April 2010

Externe Links


zuletzt aktualisiert: dalton, Tue Nov 10 10:54:51 CET 2009